...

Ich bleibe heute bei mir!

Was ein Tag, ganz Deutschland, scheint mir, ist mit dem Ergebniss der Wahl beschäftigt - immer noch.

Ja, ich muss zugeben,
auch ich habe mich amüsiert,
über den Auszug der FDP
(Hoch auf das gelbe Versahagen, das hamse ehrlich verdient ...)

Ja, ich gebe zu, ich habe mich geärgert,
über die Grünen, die den beinahe Einzug der AfD
mit "Nazis Raus" skandierten
(Das ist doch so, als würde ich die Grünen "Kinderschänder" schimpfen)

Ja und nochmal ja, ich mache mir Sorgen:
Eine große Koalition ist der perfekte Grundstein
für schlimmste politische Schweineren
(Denn hinterher werden sie sich gegenseitig den bekannten Peter zuschieben)

NEIN - ich will dieses Thema heute vorläufig auf Eis legen.
Auf das Eis der Vergangenheit - meiner Vergangenheit,
denn schließlich ist das ja Mein Blog.

Im Rahmen meiner Mitgliedschaft in einem Lyrikkreis entstand in den letzten Wochen ein Text, ein Gedicht(?) zum Thema "Kindheit". Das wurde heute fertig und ich will es hier und heute veröffentlichen:

Erinnerungen an meine Kindheit


Mich an meine Kindheit zu erinnern, das fällt mir wahrlich schwer.
Da ist ein großes, dunkles, tiefes, schwarzes Loch.
ich weiß so gut wie nichts, nicht wann, noch was, nicht wo, noch wer.
Denk ich daran, wird ich traurig, denn ein klein wenig, weiß ich doch.

Es schält sich aus dem Nebel, eine dunkle Gestallt.
Ein liebloser Mann, mein Vater, ich war noch sehr klein.
Er erscheint mir herrisch und streng und vor allem sehr kalt.
Er hat nicht geschlagen, nur missachtet, mein Herz wurde davon zu Stein.

Nach meiner Mutter, nach ihr such ich in dieser Zeit leider vergebens.
Sie war zwar nicht böse, nicht grausam, sie war einfach nur schwach.
Ohne Geborgenheit, doch voll von Zorn, so war diese Zeit meines Lebens.
Die Sehnsucht nach Liebe und der Wunsch nach Lob wohnten unter meinem Dach

Ich grabe weiter und tiefer, horch in diese Zeit meiner Kindheit hinein,
da lösen sich aus demselben Nebel plötzlich freundliche und friedliche Wesen.
Ich finde Elfen und Zwerge und sprechende Tiere, ich war auf einmal nicht mehr allein.
Ich finde Freunde, Kameraden und Helfer, dort bin ich oft und gerne gewesen.

Diese Welt, voll blühendem Leben, fand ich in einem großen, sehr alten Baum.
Er wuchs auf der Wiese hinter unserem Haus, vom Fenster aus konnte ich ihn sehen.
Um ihn zu besuchen, verließ ich, wann immer ich konnte, meiner Kindheit traurigen Raum.
Ich nutzte jede Gelegenheit, um dorthin, zu meinen Freunden und Verbündeten zu gehen.

Die Augen geschlossen begann ich mich tanzend im Kreise zu drehen.
Ich wurde leichter, begann zu schweben und meine Füße fanden Halt in der Luft
Leichten Schrittes und frohen Herzens ging ich zu dem alten Baum hinüber.
Da waren meine Freunde, dort durfte ich sein, konnte weinen dort fand ich Trost.

Denk ich daran, werde ich traurig und zornig, fühl mich schutzlos, verletzt und schwach.
Große Wut und das Gefühl schlecht zu sein, das ist mir von meiner Kindheit geblieben.
Der Wunsch nach der Eltern wärmender Liebe, wohnt auch heute noch unter meinem Dach.
So irre ich lange schon ziel- und sinnlos durch mein Leben, von Süchten und Sehnsucht getrieben.

Nun bin ich groß schon, bin erwachsen geworden, die Zeit heilt Wunden, so sagt man doch.
Die Zeit bringt Abstand, bringt andere Sicht, nicht verdrängen, nicht vergessen, aber vergeben,
langsam verändert sich das schon gelebte Leben, langsam krabbele ich aus meinem Loch.
Erst vorsichtig Taumelnd, dann kraftvollen Schrittes, so will ich den Rest meines Lebens erleben.

Auch der Teufel kann weinen!
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Zuletzt aktualisiert: 17. Feb, 14:50

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